Die Geschichte unseres Vereins
Unser Verein wurde am 16. Oktober 1921 als Christlicher Mütterverein gegründet. Die Initiative dazu ging auf den ehemaligen Pfarrer Chrysostomos zurück, der den Wert einer starken Gemeinschaft von Frauen und Müttern für das kirchliche und soziale Leben der Gemeinde erkannte.
Unter der ersten Präsidentin Pia Weibel sowie der Aktuarin E. Wahl (Name nicht mit letzter Sicherheit überliefert) nahm der Verein seine Tätigkeit auf. Bereits in den Anfangsjahren fanden über das Jahr verteilt regelmässig Vorträge für Mütter statt. Diese waren häufig christlich geprägt und befassten sich mit Themen wie gelebter Nächstenliebe, gegenseitiger Unterstützung und dem Engagement für die Gemeindemitglieder.
Im Jahr 1930 leitete Pfarrer Adelgott eine Sitzung, an der eine Neuorganisation des Christlichen Müttervereins angestrebt wurde. In seinem Vortrag betonte er den Nutzen und die Notwendigkeit des Vereins. Die neu festgelegten Zwecke lauteten:
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Einwirkung in christlicher Liebe auf die Mitmenschen
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Fürsorgetätigkeiten
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Krankenbesuche sowie Unterstützung armer Wöchnerinnen
In diesem Zusammenhang wurde auch der erste Mitgliederbeitrag von 3 Franken beschlossen und festgehalten, dass sich der Verein dem Frauenbund Schweiz zugehörig fühlt.
Die folgenden Jahre verliefen eher ruhig und unscheinbar im Vereinsleben. Die Mitgliederzahl blieb jedoch stabil bei rund 50 Frauen, was die konstante Bedeutung des Vereins für die Gemeinde widerspiegelt.
Ein bemerkenswertes Protokoll stammt aus dem Jahr 1946. Die Generalversammlung vom 28. Februar 1946 begann mit dem Satz:
„Die Generalversammlung nach dem grossen Weltkrieg wurde im Sääli des Restaurants Flora abgehalten.“
Weitere Hinweise auf den Weltkrieg oder besondere Ereignisse der Vorjahre finden sich darin nicht.
Im Jahr 1947 trat Pia Weibel nach eindrücklichen 26 Jahren als Präsidentin zurück. Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt, wie schon bei der Gründung, rund 51 Mitglieder.
1948 fand die erste Vereinsreise statt. Dafür wurde an der Versammlung Geld gesammelt, und es wurden 60 Franken für diesen Anlass aufgewendet, ein früher Ausdruck von Gemeinschaft und Zusammenhalt.
Im Jahr 1949 brachte der Pfarrer den Vorschlag ein, ein Mütterberatungsbüro zu eröffnen. Ob dieses Vorhaben umgesetzt wurde, ist aus den Protokollen nicht ersichtlich.
Im Verlauf der Jahre übernahm der Mütterverein zunehmend auch wichtige Aufgaben im Bereich der Kinderbetreuung. So wurde eine Kinderschule (heutiger Kindergarten) durch den Mütterverein gegründet. 1950 fragte der Gemeinderat an, ob eine zweite Kinderschule eröffnet werden könne, dieses Anliegen wurde umgesetzt.
1952 ging ein weiterer Traum in Erfüllung: Ein Kindergarten in eigenen Räumen konnte an der Bahnhofstrasse realisiert werden.
Ebenfalls im Jahr 1952 behandelte der Verein an einer Versammlung eine Anfrage der Gemeinde, die Heimpflegefürsorge (heutige Spitex) auf eine breitere Basis zu stellen. Vorgesehen war ein jährlicher Beitrag von 3’500 Franken, getragen durch verschiedene Vereine: den Frauenverein Igis, den Frauenverein Landquart, die Genossenschafterinnen sowie den katholischen Mütterverein, mit Beiträgen zwischen 100 und 250 Franken pro Verein. Der katholische Mütterverein entschied sich damals, zunächst abzuwarten, wie die anderen Vereine entscheiden würden, und fällte vorerst keinen Beschluss.
Nicht aus allen Protokollen lassen sich Entwicklungen lückenlos nachvollziehen. So ist weder ersichtlich, wann der Mitgliederbeitrag von 3 auf 5 Franken erhöht wurde, noch wann genau der Vereinsname in „Katholischer Frauenbund Landquart–Herrschaft“ geändert wurde. Der Zweck des Frauenbundes blieb jedoch stets im Kern erhalten. Verschiedene Tätigkeiten kamen im Laufe der Jahre hinzu oder gerieten wieder in Vergessenheit, darunter etwa der Babysitterkurs für Jugendliche, der über viele Jahre organisiert wurde, wobei die ausgebildeten Babysitterinnen auch über den Verein vermittelt wurden.
Die Mitgliederbeiträge wurden im Laufe der Zeit schrittweise angepasst:
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1975 von 5 auf 10 Franken
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1991 von 10 auf 15 Franken
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2000 von 15 auf vermutlich 20 Franken (eine Erhöhung auf 25 Franken wurde abgelehnt)
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2015 von 20 auf 25 Franken
Die Mitgliederzahl stieg bis Mitte der 1980er-Jahre auf knapp 100 Frauen an und wuchs danach kontinuierlich weiter bis auf rund 200 Mitglieder.
Heute ist der Katholische Frauenbund Landquart–Herrschaft ein lebendiger und engagierter Verein mit zwei Hauptsparten:
Einerseits die Liturgiegruppe, die eng mit der katholischen Kirche Landquart zusammenarbeitet und andererseits die gemeinschaftlichen Anlässe, welche Frauen stärken, Begegnungen ermöglichen und die Gemeinschaft in der näheren Umgebung unterstützen.
Der Verein blickt mit Dankbarkeit und Stolz auf eine über hundertjährige Geschichte zurück, geprägt von christlichen Werten, sozialem Engagement, Gemeinschaftssinn und der Bereitschaft, Verantwortung für Mitmenschen und Gemeinde zu übernehmen.